Birgid Vietz

Aktuelles

Vernissage der Ausstellung Graphik und Collagen „Klassisch - wie Riesling“

Nach der Begrüßung durch die Inhaberin der RheinWeinWelt, Frau Annette Perabo, in dem besonderen Ambiente der ehemaligen Asbach Fabrik sprach Ellen Zobel, 2. Vorsitzende des Rheingauer Kunstvereins, zur Einführung.

Birgid Vietz ist eine Künstlerin mit internationalem Renommee, im Rheingau aber - wo sie lebt - noch relativ unbekannt. Wer ist diese
Frau?
Auch für mich war sie eine Unbekannte. Ich hatte jedoch die Ehre und Freude, mich mit Birgid Vietz als Künstlerin und Mensch
befassen zu können. Insofern möchte ich versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
Birgid Vietz ist eine bekennende „Hamburger Deern“. Sie begann ihre berufliche Laufbahn mit einer Schneiderlehre, die sie nach
erfolgreichem Abschluss noch durch eine Meisterschule für Mode intensivierte. Ein anschließendes Volontariat führte sie nach Zürich.
Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie in der Werkkunstschule Merz in Stuttgart, der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und der
Hochschule für bildende Künste im Frankfurter Städel.

Mit ihrem Mann bereiste sie die ganze Welt und insofern fließt eine ethnologische Vielfalt der Kulturen in ihr Werk ein. Der Mensch und
dessen „lebendige Ursprünglichkeit“ ist dabei ihr Ausgangspunkt. In dieser Ausstellung nun sehen Sie Werke aus der Zeit von 1987 bis
zum Jahr 2017. „Graphiken und Collagen - Klassisch wie Riesling“ ist der Titel dieser Ausstellung. Der Riesling ist in seiner Art auch
ursprünglich. Der Ursprünglichkeit fühlt sich Birgid Vietz verpflichtet. Ihre Arbeitsmaterialien sind durchweg natürlichen Ursprungs.
Reispapierbahnen und Holz - das können ausgediente Treppenstufen, alte Holztüren oder ausrangierte Fensterläden sein. Man erkennt
die Wahl ihrer Druckstöcke oft sehr gut in ihren Bildern wieder.

Sie lässt darauf wilde „Sharmanen“, lärmende Geister und Phantasiewesen tanzen. Rätselhafte Kürzel überziehen ihre Flächen in
dekorativer Kompositionsweise. Sie bezieht die Holzstruktur ein in ihr Werk. Natur verbindet sich bei ihr mit der Kunst.
Im Gegensatz dazu stehen ihre Drucke auf zarten Reispapierbahnen, die ihrerseits wieder an asiatische Kunstformen erinnern. Sie
schweben geradezu auf den Betracher zu in ihrer Leichtigkeit. Frau Vietz hat sich auch mit Kunst am Bau intensiv beschäftigt und große
Fabelfiguren sowie Bruchmosaike entwickelt für Schulen und Privathäuser. Sie hat für renommierte Textilfirmen Stoffentwürfe designt
und auch Weinetiketten entworfen.

Birgid Vietz arbeitet in ihren Werken mit den Gegensätzen: Gut und Böse - das eine ist ohne das andere nicht erkennbar, der Kampf,
die Polaritäten zu vereinen oder sich näher zu bringen, zeigen deutliche Spannungsfelder. Öffnen - verschließen, warm - kalt, hell -
dunkel, darauf baut sich in ihrer Arbeit die formale Auseinandersetzung auf.
Sie hat bereits ausgestellt in den USA, u.a. in Alaska, Frankreich, Groß-Britannien. In Deutschland in Städten wie Düsseldorf, München,
Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt, Mainz - um nur einige zu nennen.

Gehen wir doch mal kurz auf die von Birgid Vietz verwandten Techniken in dieser Ausstellung ein:
Es gibt Radierungen, Lithographien, Holzdrucke sowie Collagen.
Ihre Radierungen entstehen von Kupferplatten (Ätzradierung) aber auch von Zinkplatten (Kaltnadelradierung).
Die Lithographien sind Steindrucke von Solnhofener Schiefer. Dabei wird Fett auf dem Stein präpariert mittels Säure.
Das Hauptwerk von Frau Vietz ist der Holzdruck. Ein sehr aufwendiges Verfahren. Jedes ihrer Holzstücke ist ein Fundstück und hat
insofern bereits eine eigene Geschichte. Diese werden reliefhaft bearbeitet und ein Werk wird komponiert. Es gibt dort nur Handabzüge.
Jedes Blatt ist insofern ein Unikat.

Jetzt noch die Collagen: Aus Fehldrucken werden Elemente mit Japanpapier zu einem neuen Ganzen zusammengefügt. Diese haben
einen meditativen, kontemplativen Charakter.
Lassen Sie uns nachher gemeinsam eintauchen in die ursprüngliche Welt der Birgid Vietz. Jeder sieht sicherlich was anderes darin und
interpretiert ihre Kunst für sich individuell. Man kann diskutieren, sich auseinandersetzen und sich hineinversetzen. Es ist jedenfalls
eines nicht: Langweilig!

Wie auf dem Flyer zur Ausstellung zu lesen ist, entstand diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Zukunft schenken“. Frau
Vietz möchte 3 ihrer Holzdrucke für diese Stiftung verkaufen. Die Stiftung „Zukunft schenken“ hat ihren Standort in Oestrich-Winkel und
fördert Kinder und Jugendliche in prekären Lebensverhältnissen oder akuten Notsituationen, die im Rheingau leben. Mitten unter uns!
Es werden Bedürfnisse von Schulen, Kindertagesstätten und Jugendhilfeeinrichtungen an diese Stiftung herangetragen. Diese betreffen
alle Bereiche des Lebens. Die Stiftung hilft zeitnah und in akuten Notsituationen den Betroffenen sofort. Insofern kann ich Ihnen allen
nur die folgenden 3 Bilder ans Herz legen.
Wie gesagt, es handelt sich um Holzdrucke, jedes dieser Werke ist ein Unikat! Wie viele von uns wissen, ist Kunst durchaus auch eine
gute Wertanlage.
Wir hätten hier 1. Der FREAK
2. Der SCHAMANE
3. MONSIEUR GUTENBERG
Ich freue mich, dass Sie mir Ihre Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt haben und wünsche uns allen noch einen wunderbaren Abend in
dieser schönen und angenehm temperierten Atmosphäre, die den Rheinweinwelten zu eigen ist. Wenn Sie Fragen haben, scheuen Sie
sich bitte nicht Frau Vietz einfach anzusprechen. Sie ist eine sehr nette und aufgeschlossene Hamburgerin!
Ich hoffe, ich konnte Ihnen die Künstlerin, aber auch den Menschen Birgid Vietz ein bisschen näher bringen. Befassen Sie sich nun mit
ihr und ihrer Kunst, Sie werden es nicht bereuen. Mich hat sie jedenfalls sehr beeindruckt. Als Künstlerin und auch als Mensch!

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